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              Elphinstone & Brothers - Marion und Michael Niedorf

Elphinstone & Brothers - Zwei Namen die jeder Taucher gerne in seinem Logbuch stehen hat und bei denen auch wir uns mit Begeisterung an fantastische Tauchgänge erinnern.

Auf der Suche nach einem geeignetem Safariboot sind wir nach einigem stöbern im Internet auf die MY "Longimanus" gestoßen. Die vielen positiven Kritiken haben uns letztendlich überzeugt.

Die "Longimanus" ist eine 36 Meter lange Holzyacht, die speziell für höchst anspruchsvolle Tauchsafaris entwickelt wurde. Es ist alles so, wie man es sich auf einem Schiff wünscht. Alles Tip-Top sauber, eigenes WC und Dusche in jeder Kabine, Bademäntel, individuell einstellbare Klimaanlage, tolles leckeres Essen, tolle Crew und Guides. Ein perfektes Boot, welches wir jeder Zeit wieder buchen würden.

Den ersten Besuch am legendären Elphinstone Riff unternahm ich bereits im Jahr 2000. Hier führte mich eine Tauchsafari in das südliche Ägypten. Schon damals war ich von der unglaublichen Korallenvielfalt und dem bis heute einmaligen zusammentreffen mit einem Silberspitzen-Hai begeistert. Neun Jahre später, im Juni 2009, war ich nun zusammen mit Marion während einer Brother Island Safari wieder vor Ort. Bei den drei Tauchgängen, die wir am Elphinstone durchführten, habe ich keinerlei negative Veränderungen feststellen können. Das Riff ist immer einen Besuch wert und trotz der zahlreichen Tauchboote unglaublich schön. Wir hatten das sehr seltene Glück und waren beim ersten morgendlichen Tauchgang sogar ganz allein am Riff.



Hier nun meine Beschreibung zu diesem Tauchplatz.
Das Elphinstone Riff liegt etwa 5 Seemeilen östlich der ägyptischen Küste unweit des Ortes Marsa Alam im Süden Ägyptens. Das lang gestreckte, rund 700 m lange Riff fällt an der Ost-und Westseite erst auf 40 und dann auf über 100 Meter ab. Aufgrund seiner Lage im freien Wasser und der von Nord nach Süd lang gestreckten Form, die fast keinen Strömungsschatten bietet,herrscht hier häufig eine starke Nord-Süd-Strömung. Anfänger sollten dieses Riff bei Strömung nicht betauchen.

Es gibt 2 Tauchplätze am Riff, die je nach Wetterlage angefahren werden können. Die Nordspitze wird nur bei ruhigem Wetter aufgesucht, da die Fahrt mit dem Zodiak zu gefährlich werden könnte. Wir hatten 2009 Glück und konnten 2 x am Nordplateau abtauchen. Dieses Plateau befindet sich bei etwa 40m und man hat sehr gute Chancen die verschiedensten Haie anzutreffen. Bei unseren Tauchgängen zeigte sich allerdings „nur“ ein Weißspitzen-Riffhai, der am Plateau entlang patrouillierte. Man setzt den Tauchgang in Richtung Süden entweder an der Ost oder Westseite des Riffes fort.

Sollten es die Bedingungen zulassen empfehle ich beim morgendlichen Tauchgang den Rückweg zum Boot an der Ostseite entlang zu wählen. Hier ist die Sonnenseite und somit ist die wunderschöne Korallenwelt in all ihrer Farbenpracht zu bestaunen. Am Nachmittag geht’s dann natürlich wegen des Sonnenstandes an der Westseite zurück. Welche der beiden Seiten die schönere ist muss jeder selbst herausfinden. Wir fanden beide Seiten sind in Sachen Artenvielfalt und Korallenbewuchs gleichwertig schön.

Ein weiterer lohnender Tauchplatz befindet sich direkt am Südende des Riffes. Die Tauchboote ankern meist hier, an dem wegen des geringen Platzangebotes schon mal ein ziemliches Gedränge geben kann. Das Südplateau ist fischreicher als die Ost-und Westseite und fällt schnell auf 40m und mehr hinab. Gerade hier sind die Chancen sehr gut, auf einen Hochseehai zu treffen. Die dichtgedränkten ankernden Boote ziehen scheinbar den einen oder anderen Hai magisch an. Vielleicht oder gerade aus diesem Grund ist damit zurechnen, dass sich der Ozeanische Weißflossen-Hai (Longimanus) beim Dekostop an der Ankerleine umsieht und nach eventuellen Abfällen der Schiffe Ausschau hält. Wir machten hier bei zwei Tauchgängen mit dem Longimanus Bekanntschaft und waren begeistert von der Schönheit dieser Haiart.



Kurze Anmerkung: Taucher die eine Haibegegnung lieber vermeiden möchten, sollten nicht unbedingt am Elphinstone Riff tauchen. Die Chancen einen Hai zu treffen sind an diesem Riff recht groß. Sollte es zu einer Begegnung mit einem Longimanus kommen, so haben diese auch keine Scheu sehr nahe an den Taucher heran zu schwimmen und mitunter gar anzustupsen. In solchen Situation ist es wichtig ruhig zu bleiben und sich aufrecht im Wasser zu positionieren. Marion hatte bei ihrem Sicherheitstop einen Hai nur wenige Zentimeter vor ihrer Maske und sie ist noch heute von dem Erlebnis tief beeindruckt.

Nach diesen herrlichen Tauchgängen am Elphinstone Riff ging unsere Safari weiter in Richtung Brother Islands. Die Brothers sind die Spitzen zweier Felsnadeln die aus großer Tiefe empor steigen. Sie bieten wegen ihrer exponierten Lage scheinbar alles, was das Rote Meer beherbergt. Erreichbar nur während einer mehrtägigen Safari, aber ein absolutes Muss für jeden Rot-Meer-Taucher.

Nach einer 6 Stündigen Überfahrt bei sehr ruhiger See, was übrigens selten ist, machte unser Safariboot gegen 23 Uhr am Little Brother fest. Empfangen wurden wir dort von drei großen Longimanis, welche im Scheinwerferlicht, sichtlich auf Abfälle wartend, ständig um unser Schiff kreisten. Das ließ auf spannende Tauchgänge hoffen. Etwas eigenartig war es schon, denn bei meiner ersten Safari an die Brothers im Mai 2003 gab es nicht einen einzigen Longimanus zu sehen. Scheinbar hat sich das Verhalten der Haie durch die zahlreichen Safariboote stark verändert. Obwohl das anfüttern strengsten verboten ist, ist es doch ein offenes Geheimnis das dieses leider immer wieder praktiziert wurde und wird.

Tauchplatzbeschreibung Little Brother: Nicht umsonst zählen die Brother Islands zu Top Ten der weltbesten Tauchspotts. Auch bei mir stehen die Brothers und speziell der kleine Bruder uneingeschränkt an der Spitze meiner bisherigen gesehenen Tauchplätze. Little Brother, ein Inselchen aus kargen Gestein welche nur wenige Quadratmeter groß ist beherbergt an seinem umgebenden Saumriff eine einzigartige Unterwasserwelt.



Die Tauchgänge am Little Brother beginnen in der Regel mit einer Zodiakfahrt zur Nordspitze des Riffes. Nach der klassischen Rückwärtsrolle vom Schlauchboot sollte man sich zügig in Richtung Riffwand bewegen um von dort aus das Nordplateau anzutauchen. Hier lohnt es sich dann einige Minuten im 25/30 Meter Bereich zu verweilen. Meist wird das warten schon nach kurzer Zeit belohnt. Wir hatten immer das Glück am Nordplateau Haie vor die Maske zu bekommen. Graue Riffhaie, aber auch die eleganten Hammerhaie, haben wir dort beobachten können.

Ich hatte bei einem Tauchgang das Glück, an der dortigen Putzerstation einen Grauen Riffhai bei der „Zahnpflege“ zu beobachten. Man sollte allerdings bedenken, dass sich die Putzerstation auf ca. 45m befindet und somit der Blick auf den Computer ein Muss ist. Für mich bleibt das Erlebnis mit dem Grauen unvergesslich.



Beim tauchen am Little Brother sind die Begegnungen mit Haien aber auch am gesamten Riff möglich. Wir haben an der Ost- und Westseite immer wieder den einen oder anderen Hai sichten können. Meist sind es Graue-und Weißspitzenriffhaie, die hier ihre Runden drehen, aber auch Fuchshai und Hammerhaie konnten wir hin und wieder beobachten.

Die Brothers bestechen allerdings nicht nur durch die Großfischbegnungen, sondern auch durch die unglaubliche Vielzahl an Korallen. Jeder Zentimeter ist hier mir Leben bedeckt. Riesige Fächerkorallen, Lederkorallen und dazu das bunte Treiben von unzähligen Fischleibern lassen die Tauchgänge dort zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.

Nach zwei Tagen Little Brother legte unser Boot ab und wechselte zum Big Brother über. Der große Bruder der nur etwa 1km vom „Kleinen“ entfernt liegt ist ca. 90 Meter breit 400 m lang und erstreckt sich in Ost-Westrichtung und ist schon von weiten am Leuchtturm zu erkennen. Der Turm wird von einer Handvoll ägyptischer Soldaten gewartet, die im regelmäßigen Turnus ausgewechselt werden.



Ebenso wie auch beim kleinen Bruder ist die Unterwasserwelt hier ein absoluter Traum. Zu den fantastischen Korallen und natürlich den Großfischbegenungen kommen auch noch zwei herrlich Bewachsene Wracks. Es handelt sich um die „Numidia“ und „Aida ll“.

Ich persönlich habe mich an den Wracks immer nur kurz aufgehalten da mein Interesse immer wieder auf die dort patrouillierenden Grauen-Riffhaie oder den elegant vorbei schwimmenden Hammerhai gelenkt wurde. Ich kann aber sagen, dass beide Wracks über und über mit farbenprächtigen Weichkorallen bewachsen sind und man sie wenigstens einmal betauchen sollte. Es gilt auch hier seinen Tauchcomputer im Auge zu behalten, da man hier sehr schnell über die Sporttauchgrenzen hinaus in die Tiefe gelangen kann. Generell sollte bei Safaris auf die Sicherheit und Einhaltung der Regeln besonderen Wert gelegt werden. Sollte etwas passieren gibt es keine schnelle Hilfe, was einen sofortigen Abbruch der Safari bedeutet.

Für das Tauchen an beiden Brothers gilt eine gewisse Taucherfahrung und der Umgang mit zum Teil starker Strömung sollte kein Problem darstellen. Für Anfänger sind solch Spots denkbar ungeeignet.



Wie auch beim kleinen Bruder stehen die Chancen auf Haisichtungen um die gesamte Insel sehr gut. An der Nordspitze ist allerdings die Wahrscheinlichkeit einen Hammerhai zu sichten am größten. Wir trafen bei unseren Tauchgängen auch auf der Ost-und Westseite immer wieder auf verschiedenste Haiarten.

Neben dem tauchen sollte man unbedingt mal einen Besuch auf den alten Leuchtturm unternehmen. Belohnt wird man mit einem wunderschönen Blick auf die Insel mit den umsäumenden Korallenriff. Wer Lust hat kann sich noch zu den Soldaten gesellen einen Tee trinken an der Shischa ziehen und zu guter letzt noch ein einfaches T-Shirt mit der Aufschrift Brothers Island erwerben. Die Leute dort freuen sich über jede Abwechslung.