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              Malaysia und Sipadan 2014 - Marion und Michael Niedorf

Malaysia, ein Name der selbst in der heutigen, hochentwickelten und industriellen Welt immer noch den Hauch von Abenteuer und unberührter Natur versprüht.

Auch wir  wollten in diesem Jahr das Abenteuer Malaysia hautnah erleben und haben unseren Urlaub wieder einmal auf viel Abwechslung ausgerichtet. Unsere Ziele in Malaysia konnten unterschiedlicher und spannender nicht sein.

Angefangen mit der Hauptstadt  Kuala Lumpur über eine Regenwald-Safari auf Borneo bis hin zum Tauchen und Relaxen auf der Insel Mabul / Sipadan im Pazifik. Wir hatten uns viel vorgenommen und entsprechend hoch waren die Erwartungen.

 

Ende März starteten wir vom Frankfurter Flughafen in Richtung Indonesien. Nach einem relativ ruhigen, 13stündigen  Flug mit einer Boing 777-200 der Malaysia Airlines landeten wir pünktlich 06:00 früh Ortszeit in Kuala Lumpur. Um die Hauptstadt Malaysias zu entdecken, gönnten wir uns ein drei Tage Stop-Over Programm. Eine unglaublich moderne und lebendige Stadt die mit seinen unterschiedlichsten Menschen und Kulturen den Aufenthalt zu einem unvergessenen Erlebnis machten. Natürlich war hier der Besuch der Petronas-Towers, China Town und Batu-Caves ein muss für uns. Sehenswertes gab es allerdings noch reichlich und die drei Tage vergingen hier wie im Fluge.

Petronas Tower Petronas Tower
Petronas TowerBlick aus 371m Höhe


Weiter ging unsere Reise mit einem dreistündigen Flug nach Sandakan auf der Insel Borneo.

Nach dem verlassen der Maschine wurde der Unterschied zu Kuala Lumpur sofort klar, hier waren wir im Regenwald und unglaublich tropisches, schwülwarmes Klima ließ uns kurz den Atem stocken.

Der Regenwald von Borneo zählt mit zu den ältesten der Erde und seine Tier und Pflanzenwelt sollten einmalig sein. Eben diese wollten wir wehrend der mehrtägigen Regenwald-Safari entdecken.

Der Transfer wartete bereits am Flughafen und brachte uns in das  3,5 Stunden entfernte Regenwaldgebiet des Kinabatangan River.  Es ging vorbei an endlos erscheinende Palmöl-Plantagen und uralten Regenwaldriesen. Durch einen tropischen Regenschauer wurde die Fahrt sogar mal kurzzeitig unterbrochen. Das ist eben typisch Regenwald.

Wir residierten einige Tage in einer kleinen, mitten im Urwald liegenden Lodge, unweit des Flusses Kinabatangan. Die Lodge war zudem Ausgangpunkt der täglichen Regenwaldexkursionen. Mit einem kleinen Boot, inkl. Bootsführer und Guide, welches für uns die kommenden Tage bereit stand, ging es hinaus auf den Fluss und seine Nebenarme. Die Erwartungen bezüglich der einmaligen Tier und Pflanzenwelt waren sehr hoch gesteckt und wir konnten es kaum erwarten diese endlich zu entdecken. Die Exkursionen waren mitunter anstrengend, schweißtreibend, aber auch unglaublich interessant.

Auf dem Kinabatanganin einem Nebenarm


Unsere Erwartungen wurden letztendlich bei weitem übertroffen und so haben wir neben vielen unterschiedlichen Affenarten, wie Nasenaffen, Langschwanz-Makaken, Gibbons auch den seltenen Orang-Utan beobachten können.

Am Fluss gab es Krokodile die sich auf den Sandbänken sonnten oder in unmittelbarer Nähe zu unserem Boot nebenher schwammen. Das absolute Highlight jedoch war,  eine Gruppe Pygmäen-Elefanten welche am Flussufer gemächlich nach Nahrung suchte. Diese  fantastische Beobachtung ist selbst hier auf Borneo relativ selten und wir können uns Glücklich schätzen so etwas erleben zu dürfen, erklärte uns der Guide.

Nach diesen unglaublich spannenden Tagen im Dschungel ging unsere Reise durch Borneo weiter. Wir fuhren in das ca. 4 Stunden entfernte Sepilok Nature Resort. Ein wirklich tolles Resort was sich hervorragend eignet, um in perfekter Umgebung ein wenig die Seele baumeln zu lassen. Wir unternahmen hier eine geführte Nachtwanderung durch den Regenwald, welche uns viele kleine, glitschige und giftige Tiere näher brachte. Kostet zwar ein bisschen Überwindung, aber muss man einfach mal erlebt haben.

In unmittelbarer Nähe zum Resort befindet sich  ein Orang-Utan Rehabilitations-Center. Hier werden vorwiegend, verwaiste und kranke Orang-Utan-Babys  aufgezogen und auf das Leben im Urwald vorbereitet. Das wollten wir uns auf jeden Fall ansehen.

Es war sehr interessant etwas über die Arbeit der Station zu erfahren und wehrend der Fütterung der „jungen Wilden“ dabei sein zu dürfen.

Wer sich für den Regenwald und seinen Bewohnern interessiert, dem kann ich Borneo wärmstens empfehlen. Ich hoffe, dass diese einmalige Natur noch lange erhalten bleibt und nicht der unaufhaltsamen Gier der Menschen zum Opfer fällt. Leider ist Borneos Regenwald  sehr stark gefährdet und riesige Gebiete sind bereits abgeholzt. Es wäre ein Frevel an unglaublicher, faszinierender und vor allem unwiederbringlicher Natur.

Nach diesen aufregenden Tagen in der Big City, Kuala Lumpur und Borneos Regenwäldern, wurde es nun für uns Zeit, die letzte und für mich wichtigste Etappe unserer Urlaubsreise anzutreten, die kleine Insel Mabul im westlichen Pazifik.

Noch einmal ging es ins Flugzeug in Richtung Tawau. Von Tawau noch mal ein mehrstündiger Transfer bis zur Hafenstadt Semporna. Von Semporna, auf ein Speedboot und noch mal 1 ½  Stunden bis wir unser Ziel, am Ende der Welt erreicht hatten. Die lange und vor allem anstrengende Anreise hat es in sich, aber dafür erwartet einen, eine zauberhafte, kleine Insel mit einem traumhaften Hotel in perfekter Umgebung.  

Insel Mabul, kleinaber wunderschön


Mabul liegt in der Celebes Sea, einem Teil des westlichen Pazifik. Hier kann man herrlich relaxen, oder so wie ich es bevorzuge, herrliche Tauchgänge unternehmen. Wer die lange Anreise nach Mabul auf sich nimmt, will vor allem eines, tauchen.  Mabul selbst bietet zahlreiche Tauchplätze mit unglaublicher Makro-Vielfalt.

Beim Checktauchgang am Hausriff, vor unserem Hotel, Sipadan Water Villages, konnte ich trotz der recht langweilig anmutenden Unterwasserlandschaft (versenkte Boote auf Sandigen Grund )  bereits zahlreiche neue Fischarten in mein Lockbuch schreiben. Da es anscheinend keine weiteren Versteckmöglichkeiten in der unmittelbaren Nähe gibt, versammelt sich hier das Maritime Leben. Schwarmfische, kleine Barracudas, Krokodilfische, Drachenköpfe, Garnelen, Porzelankrebse uvm. Bei einem Dämmerungstauchgang an diesem Platz, konnte wir sogar die langersehnten, scheuen Mandarinfische bestaunen. Nett sind hier, auch die Ortstreuen und absolut handzahmen Schildkröten. An jedem der hier versenkten Bootswracks gab es mindestens auch eine Schildkröte.

 

Rings um Mabul gibt es zahlreiche Tauchplätze welche sich sehr stark ähneln. Die Sicht ist hier zwar nicht sonderlich gut, aber wer braucht schon gute Sicht im Makrorevier. Einen besonderen Platz, mit nahmen Seaventures Plattform möchte ich hier allerdings hervorheben. Diese ausgediente Ölplattform sieht auf den ersten Blick nicht aus wie ein erstklassiger Tauchplatz. Ist man jedoch unter Wasser, ändert man schnell seine Meinung.

Zwischen den Pfeilern der Plattform, in einer Durchschnittstiefe von 15 und 20m, findet man unter anderem Anglerfische in den verschiedensten Farben, wie rot, gelb und schwarz. Beim Durchstreifen dieses bizarren Tauchplatzes findet man des Weiteren alle möglichen Muränenarten, etliche Nacktschneckenarten und nicht zu vergessen, die zerbrechlich wirkenden Geisterfetzenfische. Ein Platz der im ersten Moment nicht sehr vielversprechend aussah, entpuppte sich da ganz schnell als hervorragender Tauchplatz, auch wenn die Anhäufungen von Metallschrott recht gewöhnungsbedürftig waren. Weitere Plätze um Mabul mit tollem Namen wie, Crocodile Avenue, Froggy Air, Coral Reef Garden, Eal Garden, Ray Point und Lobster Wall sind alles durchweg reine Makroplätze an welchen allerdings  immer wieder die eine oder andere Schildkröte vorbei schaut.

 

 

Recht Nett war auch der Tauchplatz, Paradise Two, welcher direkt vor unserem Wasserbungalow lag. Das Riff selber ist relativ gut bewachsen und fällt bis auf eine Tiefe von 18m leicht ab bevor es im sandigen Grund über geht. Auch hier natürlich sehr viel „Kleinkram“ sowie auch, die überall anzutreffenden grünen Meeres-Schildkröten.

 

Da meine taucherischen Vorlieben nicht unbedingt von der Makrowelt gekennzeichnet sind, ich auch nicht die lange Anreise nach Mabul geplant hätte ohne einen einzigen Hai zu begegnen,  gibt es zum Glück noch Malaysias Tauchgebiet Nr.1,  direkt vor der Haustür. Die kleine Insel Sipadan, die Perle der Celebes Sea.

Seitdem der berühmte Jacques Cousteau über die Artenvielfalt der Insel Sipadan geschwärmt hat, ist dieses Mekka für Taucher mit Bestimmtheit das bekannteste und beliebteste Tauchreiseziel Malaysias. Die Tauchlegende Sipadan ist wohl jedem Taucher ein Begriff, und alle die gerne die besten Tauchplätze der Welt betauchen möchten, haben diese kleine Insel mit Sicherheit ganz weit oben auf Ihrer Wunschliste. Ja genau das war auch der Hauptgrund warum ich ausgerechnet hier unseren diesjährigen Tauchurlaub geplant hatte. Wieder einmal sollte es ein Tauchgebiet sein welches auf meiner persönlichen Wunschliste schon seit langem ziemlich weit oben stand.

Aus Naturschutz Gründen wurde diese kleine Insel für den Betrieb von Ressorts geschlossen. Es gibt also kein einziges Hotel auf der Insel. Damit bestehen heute die besten Möglichkeiten hier zu tauchen von den Ressorts auf den nahe gelegenen Inseln Mabul oder Kapalai

Das mit dem Speedboot in nur 25 Minuten zu erreichende Tauchgebiet der Insel Sipadan habe ich sooft wie es nur ging wahrgenommen. Es war absolut überwältigend was ich hier an unglaublicher Fischvielfallt vor die Maske bekam. Die Liste der Attraktionen ist recht atemberaubend, denn hier findet man noch Grossfisch, den man leider in Asien nicht mehr sehr oft antrifft. Am Tauchplatz Barracuda Point, welcher zu meinen Lieblings-Tauchplatz wurde trifft man auf alles was man sich als Taucher nur wünschen kann. Zahlreiche Schildkröten, große Schulen von Makrelen, Schnapper und Wimpelfische sind nur ein Teil des Artenreichtums an diesem Ort. Eine Vielzahl von Haien wie Grau-und Weißspitzen-Riffhaie sind immer anwesend, aber die eigentlichen Stars dieses Platzes sind die Barrakudas, welche diesem Platz den Namen geben. Es ist Atemberaubend und ehrfürchtig zu gleich wenn man sich zwischen den riesigen Ansammlungen Barracudas befindet, die wie ein Wirbelsturm den Taucher umkreisen  und sich durch nichts stören lassen. Für mich jedenfalls ein unvergessliches Erlebnis.

Der Tauchplatz, Turtle Cave zählt bei einem Sipadan-Besuch mit zum Pflichtprogramm. Auch ich habe mir es nicht entgehen lassen diesen bekannten Platz zu betauchen.

Bevor ich allerdings in die Höhle eintauchen konnte, erfreute ich mich an zwei grauen Riffhaien welche direkt vor dem Eingang patrouillierten und scheinbar keine Lust hatten weiter zu ziehen. Nach einigen Minuten konnte ich mich doch von den beiden Grauen trennen und mich nun auf die Höhle konzentrieren.

Am Höhleneingang welcher sich auf ca. 20 m Tiefe befindet, warnen große Schilder vor der Gefahr des weiter tauchen in das Höhlensystem. Die Warnungen sind hier nicht ohne Hintergrund aufgestellt, denn leider wurde nicht nur Schildkröten sondern auch Tauchern die Höhle schon zum Verhängnis. Man findet auch heute noch Schildkrötenpanzer oder Skelette der Tiere welche den Ausgang nicht mehr fanden. Was die Höhle so gefährlich macht, liegt meiner Meinung nach am Profil. Da die Höhle aus ca. 20m Tiefe bis auf eine Tiefe von ca. 5m ansteigt und man beim zurücktauchen den Ausgang nicht sehen kann bekommt man beim Rückweg schnell das Gefühl, immer tiefer ins Innere der Höhle zu tauchen. Das man sich dadurch auch hin und wieder an der Höhlendecke den Kopf stößt ist kein Wunder und man benötigt schon deshalb eine gewisse Ruhe um hier nicht in Panik zu geraten.

Es ist schon ein beruhigendes Gefühl, beim zurücktauchen dann irgendwann, denn blauen Ausgang in der Ferne zu erkennen. Richtig irre fand ich, am Höhlenausgang die Silhouette des Grauen Riffhais zu betrachten, welcher immer noch davor auf und ab patroilierte.

Wer sich mit Höhlentauchgängen nicht auskennt, oder sich in dunklen Gängen nicht wohl fühlt sollte diesen Platz meiden und sich lieber dem bunten treiben vor der Höhle widmen.

Ein weiterer Tauchplatz bei Sipadan der mir äußerst gut gefiel, nennt sich White-Tip-Avenue. An diesem hervorragenden Platz war ich mehrfach gewesen und meine Lockbucheinträge zeigen auch warum. Großfisch ist hier allgegenwärtig und ich konnte bei meinen Tauchgängen hier, neben den schon erwähnten Barracudas und Schildkröten auch zahlreiche schlafende Grau-und Weißspitzen-Riffhaie beobachten. Der Name des Tauchplatzes ist Programm und die vielen Haie machen einfach nur Spaß. Sie ließen sich überhaupt nicht durch uns Taucher stören und erst wenn man ihnen zu nahe kam, schwammen sie ein paar Runden, um sich wenige Meter weiter, wieder nieder zu legen.

Besonders beeindruckend war die Begegnung mit dem wahrscheinlich größten Schwarm Büffelkopf-Papageifischen Südost-Asiens.  Noch nie zuvor habe ich so nahe, so viele

„Büffelköpfe“ erleben dürfen wie hier. Es ist ein unglaubliches Bild, wenn sie mit ihren gewaltigen Schädel, großen Augen und kräftigen „Papageienschnabel“ auf eine zu steuern um im letzten Moment vor einem ausweichen.

Weitere Plätze auf Sipadan die ich betauchen konnte, waren Drop Off, South Point und Coral Garden. Zusammenfassend kann ich sagen, dass alle Plätze rund um die Insel Sipadan, ohne Übertreibung absolute Weltklasse sind und ich jederzeit wieder hier abtauchen würde.

Leider ist die Anreise hierher sehr lang und beschwerlich. Wer hier tauchen möchte findet sicher ein Paradies welches auf der Welt seines gleichen sucht, aber Malaysia hat auch über Wasser unglaublich viel zu bieten und so macht es Sinn über eine Kombination so wie wir es machten nachzudenken. Wir haben diesen Urlaub wieder einmal perfekt für unsere Bedürfnisse zugeschnitten und denken gerne an diese fantastischen und traumhaften Wochen der Erlebnisse zurück.