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              Indonesien 2011 - Torsten Giebel

Indonesien und die Molukken - Nach dem Flug von Frankfurt nach Singapur, dann mit dem Linienflug weiter nach Manado und zum Schluss noch einer fast zweistündigen Autofahrt, waren wir nach 30 Stunden endlich in Bitung, dem Hafen von Manado, mit seiner bekannten Lembeh Straight.

Die Lembeh-Straight Idyllisches Inselparadies Ein typisches Auslegerboot

Aber unser Ziel war die hier vor Anker liegende MY/Liburan unter dem Kommando von Rudi Ring, einem echten bayerischen Urgestein und Weltenbummler, den es jetzt hierher verschlagen hat. Zuerst waren wir von den Temperaturen um 32°C und der hohen Luftfeuchtigkeit von teilweise über 90% wie erschlagen. Nach ein paar Tagen hatte sich der Körper aber glücklicherweise daran gewöhnt und wir verbrachten die ruhigen Abende nach den wunderbaren Tauchgängen mit Rudi und seinen Geschichten an Deck und ließen uns das Dekobier richtig schmecken.

Nach den ersten zwei Tauchgängen um die Ausrüstung zu checken, die es wegen der Strömung aber mächtig in sich hatten, ging es weiter mit Kurs auf die Molukken. Es war einfach beeindruckend, als wir am Morgen des zweiten Tages die Molukken erreichten. Überall kleine Vulkaninseln um uns herum, vollkommen mit Urwald bedeckt und im Hintergrund die aufgehenden Sonne, einfach großartig. Tauchboote oder Liveaboards gibt es dort auf Grund eines Übereinkommens mit dem Sultan von Halmahera noch keine und so waren wir immer die einzigen Taucher vor Ort, was man auch an den wundervollen Korallenriffen und den Fischbeständen vor Ort sehen konnte. Hier ist alles noch recht unberührt, über wie unter Wasser und ein wahres Eldorado für Fotografen.
Seenadel Danny am Riff
Rote Nephthea Drachenkopf
Die einzige Schwierigkeit für Fotografen besteht wohl darin die Fische dicht genug vor die Linse zu bekommen. Da es hier keine weiteren Taucher gibt, ist die Fluchtdistanz doch recht hoch.

Wir haben hier vom Schwarzspitzenriffhai, Büffelkopfpapageifisch, Epaulettenhai (den es laut Biologen nur hier um die Molukken, Westpapua und Nordaustralien gibt), riesige Schulen von Barakudas bis zu großen Schwärmen von Drückerfischen fast alles gesehen. Das beeindruckenste waren wohl zwei große Mantas im Paarungstanz, die uns während eines Tauchgangs an zwei Seamounts eine Weile begleitet haben. Selbst am Tag stehen hier die vielen Federsterne die es gibt offen um Plankton zu fangen. Es gibt riesige Flächen von Steinkorallen und Tauchplätze von hunderten von bunten Weichkorallen, die, wenn sie einmal offen sind den Betrachter zum staunen bringen.

Leider ist die örtliche Bevölkerung hier sehr arm und kümmert sich um den Umweltschutz noch recht wenig. Da fliegen dann Tüten und weiterer Plastikmüll einfach ins Wasser, den man dann vereinzelt auch im Riff wieder findet. Hier muss das Bewusstsein der Menschen erst richtig aufgebaut werden, damit sie begreifen was sie da für Naturwunder vor der eigenen Haustür haben.

Am fünften Tag unserer Reise wurden wir dann von einer Delegation des Sultans auf Halmahera empfangen. Nach einem Begrüßungstanz und dem Handschlag des örtlichen Gouverneurs wurden wir mit Rikschas über die Insel gefahren und besichtigten die Gebetsstätten der Sultansfamilie, ein portugiesisches Fort, eine Kautschukplantage und wurden zum Schluss von der Schwester des Sultans mit einer Erfrischung empfangen.

Hier auf Halmahera und wohl in ganz Indonesien scheint jeder zweite ein Mofa zu besitzen. Der Strassen- verkehr ist absolut chaotisch. Man sieht zwei, drei Mann auf den kleinen Mofas, teilweise noch einen riesigen Tunfisch oder einen Bauchladen quer über den Gepäckträger und Vorfahrt nimmt man sich hier einfach. Aber glücklicherweise wird hier Nachts mit Licht gefahren, was in Ägypten aus mir unerklärlichen Gründen nicht der Fall ist. Bevor wir Halmahera wieder verließen besichtigten wir noch den heimischen Gewürzmarkt, saßen dann am Ende des Tages mit gebackenen Bananen und einer Erfrischung in den Händen am Pier und sahen in den Sonnenuntergang.
Sonnenuntergang in den Tropen
Dann ging es weiter mit der Liburan, um die wundervollen Tauchplätze zu erkunden. Während unserer Tauchsafari tauchten wir auch an drei Stellen, die bisher noch von keinem Menschen betaucht worden sind. Natürlich waren das nicht nur Spitzenplätze, es war leider auch ein Platz dabei, der durch Dynamitfischerei vollständig zerstört war. Hier ist wohl noch reichlich Aufklärung angesagt.

Am Ende unserer Tauchsafari besuchten wir noch für einen Tag den Tangkoko Nationalpark, ein Wildschutzreservat mitten im Regenwald von Nordsulawesi. Hier gibt es schwarze Makaken und Koboldmakis, die wohl kleinsten Affen der Welt, die hier endemisch sind. Wenn abends die Sonne untergeht kommen die kleinen Äffchen mit ihren großen Augen aus ihrem Baum um auf ihre nächtliche Nahrungssuche zu gehen. Die kleinen Kerlchen werden insgesamt wohl nicht größer als 10cm.
Affe im Tangkoko Nationalpark Kobold-Maki im Tangkoko Nationalpark
Die Leute denen wir hier, während unserer zweiwöchigen Tour begegnet sind, waren trotz ihrer Armut immer freundlich und aufgeschlossen. Wir wurden hier überall aufs herzlichste empfangen und das Essen ist zwar etwas scharf, aber immer sehr köstlich. Ich kann diese Reise, trotz des langen Flugs und des tropischen Klimas nur jedem empfehlen. Ich werde diesen wunderbaren Ort bestimmt noch einmal besuchen.